EUROBIKE

Kontakt

Sandra Janjanin
Sandra Janjanin
Projektreferentin
+49 7541 708-413
+49 7541 708-2413
Lisa Klarmann
Lisa Klarmann
Projektreferentin
+49 7541 708-412
+49 7541 708-2412
Stephan Fischer
Stephan Fischer
Referent Besucher Service
+49 7541 708-404
+49 7541 708-2404
Kommunikation
Kommunikation
+49 7541 708-307
+49 7541 708-331

Rennrad-Trends 2016: Konservativ war gestern

Innovationsfrequenz im Rennrad-Segment hat stark zugenommen – Gravelbikes und Scheibenbremsen liegen im Trend

In wenigen Tagen startet in Friedrichshafen mit der Eurobike (26. bis 29. August 2015) die Weltleitmesse der Fahrradindustrie. Wer dort einen Blick auf die Neuheiten der Rennradhersteller wirft, wird die Worte Rennradszene und konservativ so schnell nicht mehr im selben Satz verwenden.


Innovativ und kreativ war der Rennradmarkt schon immer. Jedoch wurde der Neuheitenwert in diesem Marktsegment bis vor kurzem vor allem darüber definiert, ob es gelingt, das Gewicht bei gleichzeitig erhöhter Steifigkeit noch weiter zu senken. Inzwischen ist die Rennradindustrie jedoch an einem Punkt angelangt, bei dem kaum noch große Schritte auf der entsprechenden Fortschrittsskala möglich sind. Rennräder, die unter oder nur wenig mehr als sechs Kilogramm wiegen und dennoch kaum Kompromisse bei Stabilität und Funktionalität eingehen, sind im Markt keine Seltenheit. Auf der Eurobike wird beispielsweise der taiwanische Fahrradhersteller Merida sein neues Modell „Scultura 9000 LTD“ vorstellen, das als Serienrad (und künftiges Arbeitsgerät der Radprofis vom Team Lampre-Merida) nur 4,6 kg auf die Waage bringt. Diese Entwicklung führt mitunter zu der absurden Situation, dass Radprofis mit zusätzlichen Bleigewichten an den Start von Radrennen gehen, denn der Radsport-Weltverband schreibt ein Mindestgewicht von 6,7 kg für die Rennmaschinen vor.


Das Erreichen des Endes der Gewichtsskala eröffnet neue Spielräume für Innovationen am Rennrad. „2016 wird ein besonders spannendes Modelljahr für die Rennradbranche. Die Innovationsfrequenz in der Branche hat deutlich zugenommen. Das fing vor ein paar Jahren an mit den elektrischen Schaltungen, die ein richtiger Paukenschlag für die Rennradszene waren. Seitdem tut sich sehr viel. Das sind richtig große Umwälzungen, die man da sieht“, kommentiert der Fachjournalist Jens Klötzer, Technik-Experte beim Rennrad-Magazin „Tour“, die aktuellen Entwicklungen.


Dabei kommen für 2016 so viele neue Technologien wie selten zuvor in den Rennradmarkt. Die augenscheinlichste Änderung sind dabei die Scheibenbremsen, von denen viele Marktbeobachter glauben, dass sie die bisher verwendeten Felgenbremsen schon in wenigen Jahren weitgehend verdrängen könnten.


Ein Grund für diese Annahme ist übrigens der zunehmende Leichtbau im Rennrad-Segment: Seitdem vor allem Radprofis, aber auch viele Amateure mit Felgen aus Carbon zum Start rollen, geraten Felgenbremsen immer öfter an ihre Grenzen. Vor allem bei Nässe ist mit der glatten Oberfläche von Carbon-Felgen kaum ein sicheres Bremsverhalten möglich. Scheibenbremsen kennen solche Probleme hingegen nicht. Zudem sind Rennräder mit Scheibenbremsen nicht mehr wesentlich schwerer als vergleichbare Modelle mit Felgenbremsen. Die norddeutsche Rennrad-Schmiede Focus hat jüngst beispielsweise einen Eurobike Award für sein 2016er Modell „Izalco Max Disc“ erhalten, dessen Gesamtgewicht trotz Scheibenbremsen ohne übertriebene Tuning-Maßnahmen am UCI-Limit von 6,7 kg kratzt.


Neue Breite auch am Rennrad

28 mm ist zwar nicht die neue Standardreifenbreite für das Rennrad, denn auch im kommenden Modelljahr rollen die meisten Modelle auf (ohnehin schon breiten) 25-mm-Reifen in den Handel. Allerdings bieten viele Rennradrahmen und -gabeln künftig genügend Platzreserven für Reifen bis 28 mm Breite. Hintergrund ist, dass Komfort unter Rennradfahrern künftig nicht mehr als Sünde angesehen wird. Während die Unterscheide beim Rollwiderstand zwischen schmalen und breiten Rennradreifen kaum nennenswert sind, ist der Komfortgewinn beträchtlich. Zumal mit den breiteren Abmessungen auch die neuen schlauchlosen Reifen ihre Vorteile voll ausspielen können.


Wer noch breitere Reifen sucht, wird 2016 im neuen Rennrad-Segment der Gravel Bikes fündig. Der Trend kommt aus den USA, wo gerade viele Radsportler Schotterstraßen als verkehrsfreie Alternative zum Highway entdecken. Auf den ersten Blick sind diese Bikes immer noch als Rennrad zu erkennen, doch beim näheren Hinsehen offenbaren sich viele Details, die von den Mountainbikes übernommen wurden. „Es entstehen gerade völlig neue Rennrad-Kategorien, an die man noch vor kurzem überhaupt nicht gedacht hat“, sagt Rennrad-Experte Jens Klötzer mit Blick auf die neue Spielart des Radsports.


Wer die aufregende neue Rennradwelt aus erster Hand erleben will, für den ist die Eurobike in Friedrichshafen ein Pflichttermin. Während die ersten drei Messetage (26. bis 28. August) dem Fachhandel und der Presse vorbehalten sind, ist die Messe am Publikumstag (Samstag, 29. August) auch für alle Rennrad-Fans geöffnet.

Top